
Am 20. August 2026 wurde der DRK-Medienpreis zum 20. Mal verliehen. In der besonderen Atmosphäre des John & Will Silo-Hotels in der Bremer Überseestadt kamen Medienschaffende, Unterstützerinnen und Vertreterinnen des Deutschen Roten Kreuzes zusammen, um vier herausragende Arbeiten zu würdigen.
Ausgezeichnet wurden Beiträge in den Kategorien Text, Audio, Video und Social Media. Sie alle richten den Blick auf gesellschaftlich relevante Themen, machen wenig sichtbare Lebensrealitäten erfahrbar und stellen den Menschen in den Mittelpunkt.
Für Connext ist die Unterstützung des DRK-Medienpreises eine echte Herzensangelegenheit. Als stolzer Hauptsponsor tragen wir dazu bei, journalistischen Arbeiten eine Bühne zu geben, die sich differenziert mit Menschlichkeit, Teilhabe und gesellschaftlicher Verantwortung auseinandersetzen.
Unsere tägliche Zusammenarbeit mit Gliederungen des Deutschen Roten Kreuzes zeigt uns immer wieder, wie wichtig Sichtbarkeit ist. Hinter jedem Hilfsangebot, jeder Fördermitgliedschaft und jedem ehrenamtlichen Einsatz stehen Menschen und Geschichten, die gehört werden sollten.
Der DRK-Medienpreis schafft genau diese Aufmerksamkeit. Er zeichnet Journalist*innen und Medienschaffende aus, die sorgfältig recherchieren, neue Perspektiven eröffnen und auch schwierige Themen mit Nähe, Respekt und Verantwortung erzählen.
Johannes Scheucher und das Team von „redaktionandererseits“ wurden für ihren inklusiven Instagram-Auftritt ausgezeichnet.
Die Redaktion berichtet über das Leben von Menschen mit Behinderung, macht gesellschaftliche Missstände sichtbar und zeigt, was gelebte Inklusion bedeutet. Untertitel, Videobeschreibungen sowie einfache und leichte Sprache schaffen barrierearme Zugänge zu den Inhalten.
Das Besondere: In der Redaktion arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt zusammen. So entstehen Beiträge nicht nur über unterschiedliche Lebensrealitäten, sondern gemeinsam mit den Menschen, um deren Erfahrungen es geht.
Der Preis in der Kategorie Video ging an Svea Eckert, Angelika Henkel, Christiane Justus und Gabi Bauer für die ARD-Dokumentation „Im Inneren der Cybermafia – Love.Like.Lost“.
Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen einer global organisierten Betrugsindustrie. Ausgangspunkt sind vermeintliche Liebesbeziehungen und Finanzversprechen im Internet. Die Recherche führt bis nach Myanmar, wo Menschen in abgeschotteten Bürokomplexen festgehalten und dazu gezwungen werden, andere als sogenannte Scam Worker um ihr Geld zu bringen.
Der Film zeigt eindrucksvoll, dass hinter den Opfern des Onlinebetrugs häufig weitere Opfer stehen: Menschen, die selbst ausgebeutet, bedroht und ihrer Freiheit beraubt werden. Dabei verbindet die Dokumentation konsequente investigative Recherche mit großer menschlicher Nähe.
Martina Keller erhielt den DRK-Medienpreis in der Kategorie Audio für ihr Radiofeature „Blackbox Sterbehilfe“.
Der Beitrag beschäftigt sich mit den wenig transparenten Strukturen rund um den assistierten Suizid. Keller spricht mit Fachleuten aus Medizin, Recht, Forschung und Bestattungswesen. Gleichzeitig begleitet sie die 83-jährige Hannelore Kring und deren Suizidhelfer.
So verbindet das Feature eine sehr persönliche Geschichte mit grundlegenden gesellschaftlichen Fragen: Wie selbstbestimmt kann eine solche Entscheidung sein? Welche Kontrollen sind notwendig? Und welche Rolle spielen Einsamkeit, fehlende Versorgung und die Lebensbedingungen älterer Menschen?
Der Beitrag nähert sich dem sensiblen Thema mit der notwendigen Distanz – ohne zu romantisieren oder zu stigmatisieren.
In der Kategorie Text wurde Nadine Ahr für ihre in der ZEIT erschienene Reportage „Darf ich dich kennenlernen, freundschaftlich?“ ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt stehen Menschen mit Beeinträchtigung auf der Suche nach Freundschaft, Nähe und Liebe. Die Autorin begleitet unter anderem den 37-jährigen Mecki bei einem Datingtreff, auf dem er versucht, neue Kontakte zu knüpfen.
Durch Dialoge und Chatverläufe lässt die Reportage ihre Protagonist*innen selbst zu Wort kommen. Zurückhaltend und auf Augenhöhe erzählt Nadine Ahr von Unsicherheit, Sehnsucht und dem Mut, auf andere Menschen zuzugehen.
Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen, was guter Journalismus leisten kann: Er schaut genau hin, hört zu und gibt Menschen Raum, deren Perspektiven im Alltag zu häufig übersehen werden.
Wir gratulieren allen Preisträger*innen herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung. Gleichzeitig danken wir dem DRK-Kreisverband Bremen, der unabhängigen Jury und allen Beteiligten, die den DRK-Medienpreis seit zwei Jahrzehnten möglich machen.
Als Connext sind wir stolz darauf, den DRK-Medienpreis 2026 als Hauptsponsor zu begleiten und damit einen Beitrag für mehr Sichtbarkeit, Menschlichkeit und gesellschaftlichen Dialog zu leisten.
Gemeinsam geben wir wichtigen Geschichten eine Stimme.


